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Linard Bardill hat Thesen zu Verlust und Wiederentdeckung der Kindheit formuliert, die während des Kongresses auf einer Podiumsdiskussion diskutiert wurden (Laden Sie HIER eine Zusammenfassung runter). Sie können uns gerne weiterhin Ihre Gedanken zu dem Thema und zu den Thesen mitteilen: kongress(at)kinderkinder.de. Wir werden die Diskussionsbeiträge im Netz veröffentlichen und hoffen sehr, dass das Thema auch über den Kongress hinaus zum Diskutieren auffordert. Die Thesen Analyse 1. Die Kinder, die an unsere Konzerte kommen, werden immer jünger. Kaum aus der Kinder Spielgruppe werden sie schon von der Erwachsenenwelt, ihrer Musik und Unterhaltungsindustrie geködert und auf Erwachsen getrimmt. 2. Unseren Kindern kommt immer mehr und früher die Kindheit abhanden. Unter Kindheit stellen wir uns das Alter der Menschen vor, in dem sie gebildet werden, in dem sie Erfahrungen sammeln, in dem sie Kind sind. Kind sein heisst, in einem geschützten Raum aufwachsen zu dürfen, in dem Fantasie und Unbekümmertheit, Spiel und Kennen lernen der Welt möglich ist, ohne mit den Problemen und den selbstbezogenen Absichten der Erwachsenen wie Kommerz oder Egoproblemen zugeschüttet zu werden. 3. Kinder haben das Recht auf ihre eigene spezifische seelische Entwicklung. Diese Entwicklung wird entweder nicht unterstützt oder übermotiviert forciert, indem die Kinder immer früher zu kleinen Erwachsenen gemacht werden. 4. Dies geschieht durch Intellektualisierung, Kommerzialisierung und Entsinnlichung der Kinder. Anstatt dass die Erwachsenen den Kindern Räume schaffen und Erziehung gestalten, überlassen sie sie den Flatscreens, der Werbung und einem Heer von pädagogischem Personal, das die Kinder anglisiert und dann therapiert, anstatt sie im obigen Sinne zu erziehen. Mögliche Gründe 5. Die Gründe dafür sind vielzählig. Einer der Hauptgründe ist, dass die Erwachsenen ihr eigenes inneres Kind verdrängen, es vergessen oder verloren haben. Darum setzten sie Kindern immer mehr Realitäten und Themen, Dingen und Problemen aus, mit denen die Kinder überfordert sind und in ihrer Entwicklung gehemmt statt befördert werden. 6. Weitere Gründe sind: Immer weniger Freiräume, in denen die Kinder mit anderen Kindern ihre Welt gestalten und entdecken können. Immer mehr Kinder bewegen sich nicht oder zu wenig, werden gefahren, werden vor Bildschirme jeder Art gesetzt. Es fehlen Bezugspersonen, die ausserhalb der Kleinfamilie leben und ein Teil des Daseins der Kinder mit gestalten. 7. Immer mehr fehlt der Bezug zum Geheimnis der Welt. Die Schönheit und Würde der Erde, der Natur, der Tiere und Pflanzen, der Jahreszeiten und der Kunst wird viel zu wenig erfahren. 8. Der Verlust an Ritualen, an Sicherheiten für die Kinder ist gallopierend. Gegenstrategien 9. Als Gegenstrategien fordern wir Freiräume für Kinder, wo Fantasie und Spiel nicht interessengesteuert sind. 10. Wir fordern für die Kinder Rituale und Erziehungsbereitschaft ein, die ihnen Sicherheiten und Leitplanken geben. 11. Wir fordern eine Beschränkung der Zeit, in denen Kindern virtuellen 12. Kinder brauchen Liebe, Rituale, Sicherheit, Grenzen, Freiraum, andere Kinder, andere erwachsene Bezugspersonen außer den Eltern, Tiere, sinnliche Welterfahrung. 13. Kinder brauchen Geschichten, Lieder, Theater, Bilder, die für sie geschaffen sind, sie anregen, prägen, inspirieren und beflügeln. Diese Art von Bildung bedarf der Unterstützung nicht nur in den institutionalisierten Einrichtungen, sondern auch in jeder Familie, in der Unterhaltungsindustrie (incl. Radio und Fernsehen) und in der gesamten Gesellschaft. |
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